Eigenproduktion
☠ 2025 ☠
Einfach schlicht auf „III“ wurde das neue, logicherweise schon das dritte in der Reihe stehende Album des aus der Schweiz stammenden Bärnserkers getauft. Doch im Kern ist es alles andere als schlicht, denn der musikalische Inhalt hat eine gehörige Steigerung erfahren. Chris, der sich im Alleingang um nahezu alles bei seinem Herzensprojekt kümmert, hat bei diesem Werk das Augenmerk noch etwas stärker auf die Details im Sound gelegt, als dies noch auf den Vorgängeralben „Vo höche Bärge u tiefe Schluchtä“ und „Schlüssu zum Liecht“ der Fall gewesen ist. Von daher verwundert es nicht, dass „III“ von Anfang an mit einer kompositorisch etwas reichhaltiger gestreuten Variationsdichte zu begeistern weiß. Der recht flotte, sich nach dem kurzen Intro ausrollende Titeltrack überrascht etwa mit einem durchdringend schrillen, wie aus heiterem Himmel herniedergehenden Flötenspiel, „Hain“ lässt bei den Klängen einer synthetischen Orgel aufhorchen, während „Fenrir“ die Gehörgänge mit einem regelrechten Bassbeben durchpflügt. Und da wäre noch die schöne Ballade „Valkyrie“, ein echter Ausreißer und auf seine sehr spezielle Weise fast schon eine Art metallisches Volkslied, bei dem einem schon das Licht im Herzen aufgehen kann. Hier kommt der stärkste, der schwarz-weiße Kontrast durch das Zusammenspiel der beiden Stimmen, der extrem tiefen von Chris und der lieblichen der Gastsängerin Leen, ganz besonders intensiv zur Geltung. Und auch die Flöte, die beim Vorgänger nur in einem einzigen Song zum Einsatz kam, drängt sich nun mit ihren liebreizenden Melodien viel öfters in den Vordergrund und überzieht das gesamte Album mit einem sonnig-wohligen Folkschleier. So gehört, ist dieses dritte Werk viel stärker von positiver Energie und hoffnungsvollen Gedanken durchzogen, was man auch am Titel des letzten Stücks ganz offensichtlich erkennen kann.
Somit ist es ganz klar: In seiner Gänze kann „III“ als das bisher bärenstärkste Werk des Bärnserkers angesehen werden. Doch nach wie vor gilt auch hier: Man muss sich erst ein wenig an das tiefschwarze Kolorit der Stimmlage von Chris gewöhnen, um das alpine Werk erklimmen zu können. Diese ist nämlich wie ein gut gereifter rauchiger Whisky, der erst im Abgang seinen vollen feingeschmacklichen Genuss offenbart. Wer sich das Album bestellt, der bekommt zudem noch einen sehr schönen Bierdeckel für sein liebstes Feierabendgetränk mitgeliefert. Wenn das nicht ein weiterer guter Grund ist, bei „III“ sofort zuzuschlagen? In diesem Sinne: Prost!
☠ Tracklist ☠
1. Z‘ Änd vom Lied/Intro
2. III
3. Mannaz
4. Valkyrie
5. Njord’s Spiegu
6. Schmärz
7. Hain
8. Fenrir
9. Hoffnig/Outro
