Skalfar - Cryptic Curses

Skalfar – Cryptic Curses

TeufelsZeug Records
2023

Unter den zahlreichen Bands im Underground gibt es regelrecht absolut gute wie interessante Projekte zu entdecken, die es leider so gut wie gar nicht oder nur selten auf die Oberfläche der musikalischen Landschaft schaffen. Den Grund hierfür kann man womöglich in der sich seit Jahren immer stärker verfestigenden Mentalität der potenziellen Hörerschaft finden, die unbekannter Musik einfache keine Chancen mehr einräumt gehört zu werden, frei nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, das hört er nicht“. So können sich ganz viele Bands nicht wirklich in der Szene etablieren, trotz echt guter und Hoffnung verheißender Ausgangsvoraussetzungen wie z. B. einen Label-Vertrag in der Tasche zu haben. So ähnlich wird sich die Lage wahrscheinlich auch bei der Black-Metal-Band Skalfar aus Stralsund darstellen, die ihre zweite Full-Length-Rille über TeufelsZeug Records – ein Label, das höchstwahrscheinlich ebenfalls aufgrund unzureichender Beachtung und trotz wirklich guter Zugpferde wie z. B. Anheim, Frosted Undergrowth oder Vimbulnatt seine Pforten bereits schließen musste – herausbrachte. Dabei ist der finstere Black Metal von Skalfar keine Stangenware, und dürfte bei vielen Anhängern der satanischen und okkulten schwarzmetallischen Ausrichtung sehr großen Anklang finden.

Skalfar verfolgen seit ihrer gleichnamigen und wahrlich gelungenen Demo-Aufnahme von 2016 einen sehr bestimmten und klanglich klar definierten Weg, von dem sie auch auf „Cryptic Curses“ keinen Deut abgewichen sind. Im Prinzip könnte man z. B. so eine Band wie Paragon Belial als Vergleich zu Skalfar heranziehen, doch die Stralsunder setzen weniger auf Speed und explosive Melodik, sondern verstärkt und nahezu fortlaufend auf hypnotisch-rhythmische, sich überwiegend im Mid-Tempo kolossal aufeinander auftürmende Riff-Abfolgen. Melodien werden natürlich auch eingestreut, wie beispielsweise in den Songs „Death‘s Restless Blades“, „It Lurks Below“ oder „Breath of a Dark God“, sie wirken aber nie wirklich aufdringlich oder gar alles einnehmend, und versprühen einen ganz speziellen, mystisch aufgeladenen und altorientalisch anmutenden Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. Der Albumtitel passt somit perfekt zu der gesamten musikalischen Aufmachung, denn man fühlt sich hier in der Tat von Anfang bis zum Ende in eine altertümliche, vom Sand der Zeit verschüttete Krypta versetzt, wo längst vergessene, unsagbar dunkle Geheimrituale vollführt werden. Dies wird vor allem durch die vielen, sich andauernd abwechselnden Rhythmen – das Schlagzeug nimmt bei Skalfar oftmals eine sehr dominante Rolle ein – und variablen Gesänge erreicht. Letztere raunen teils sogar um einiges eindringlicher und einschneidender, als etwa – um bei dem einen Vergleich zu bleiben – bei Paragon Belial, den Hörer schon beinahe zum satanischen Glaubensbekenntnis auffordernd. Das alles erschafft eine großartige Atmosphäre, welche das Album zu einem ungeschliffenen Diamanten macht. Wem Skalfar bisher noch nicht bekannt waren, der sollte sich nun unverzüglich mit dieser Band auseinandersetzen. Es lohnt sich!

Tracklist
1. Ore of Night
2. Inferno
3. Dibbuk Lair
4. Blood Curse
5. Death’s Restless Blades
6. It Lurks Below
7. Intempesta Nox
8. The Cruel Place
9. Breath of a Dark God
10. Underworlds Towers

Geschrieben von Adam am 10. August 2026