Morbid Art - The Cult of Flesh

Morbid Art – The Cult of Flesh

Invasion of Solitude Records
2017

Der japanische Einzelkämpfer Lord Metal hat nicht nur ein musikalisches Betätigungsfeld, sondern noch viele weitere. Neben Daemonian, der wohl bekanntesten Kreation aus seiner Feder, werden unter anderem auch noch dunkle und feuchte Katakomben auf der Suche nach dem reinrassigen Death-Metal-Spirit von ihm durchforstet. Das, was er dort gefunden hat, kann nun anhand des sehr coolen Cover-Artworks seines auf Morbid Art getauften Todesbleis in allen Einzelheiten betrachtet werden. Und so knochig wie dieses Bild, ist auf weiten Strecken auch das Endresultat des scheinbar mit allen Facetten des extremen Metals bestens vertrauten Lords geraten, der sich beim Release dieses Death-Metal-Brettes noch Infernal Demolisher nannte. Die Griff-, Riff- und Melodieführung sind zumeist der klassischen Schweden-Death-Schule zuzuordnen, was etwa auf „Harm“ mehr als eindeutig zu Protokoll gegeben werden kann: Erst ein langsamer, fast schon zögerlicher Aufbau, und dann das unvermeidlich einsetzende Gitarrengewitter, das typisch für diese geographisch geschützte Metal-Marke zu einer ganz brachialen, von der Reibeisenstimme des Sängers geschwungenen Melodiekeule übergeht. Das sorgt garantiert für massig breiig offene und grinsende Schädeldecken. Erst recht bei so einem Hammerwurf von einem Song wie „Summon the God of Plague“, der neben den schwedischen Trademarks auch noch mit einer Extra-Portion Melodie – natürlich nach japanischer Machart – ausgeschmückt wurde. Hervorzuheben wäre auch noch „Food for the Worms“, das kurz vor dem Ende noch einmal so richtig machtvoll auf den Putz haut, bevor der knackig kurze und sehr schnelle Titeltack dann alles unter sich begräbt.
 
„The Cult of Flesh“ stellt definitiv ein ambitioniertes wie auch sehr solides Death-Metal-Werk dar. Und auch wenn es keine Neuerfindung des Genres ist, so wird man hier als Freund des schwedisch orientierten Death Metals voll auf seine Kosten kommen! Natürlich vorausgesetzt, dass man stets in der Lage ist, über seinen eigenen Tellerrand zu schauen.

Tracklist
1. To the Grave…
2. Toxic Fog
3. Harm
4. Necrofuck
5. Torment in Hell
6. Rotten to the Core
7. Summon the God of Plague
8. Food for the Worms
9. The Cult of Flesh

Geschrieben von Adam am 1. Februar 2026