Faland - Narbenvolk

Faland – Narbenvolk

Pesttanz Klangschmiede
☠ 2026 ☠

Dreiviertel des Jahres ist beinahe schon um, und so langsam aber sicher kann man sich schon mal so seine Gedanken machen, welche Platten man zu den Highlights von 2026 erkoren möchte. Ein ganz besonderes Album, das es definitiv verdient in vielen Listen aufgeführt zu werden, ist das Debüt der sächsischen Band Faland. Auf „Narbenvolk“ benannt wurde das schwarzmetallische Vorzeigewerk, das sich eindeutig sowohl im schattigen wie paganen Gedankengut verorten lässt. Und auch musikalisch können überall Vergleiche zu den Urgesteinen und Helden der heidnischen Metal-Bewegung wie etwa Andras und Surturs Lohe, aber ebenso Heidefolk und Fjoergyn gezogen werden, obwohl Faland einen recht variablen sowie individuellen Black-Death-Doom-Mix zelebrieren. Die härteren Parts können auch schon an die geniale, doch leider schon längst zu Grabe getragene Band Riger erinnern, besonders in dem, wenn man ein wenig mit den Hintergründen der Bandauflösung vertraut ist, sehr passend betitelten Song „Trauerspiel“. Mit Riger wie all den anderen genannten Vergleichen gemeinsam ist Faland aber vor allem die absolute Hingabe zu einer außerordentlich atmosphärischen Melodieführung eigen. Der schon vorab ausgekoppelte Opener „Der Ruf des Raben“ begibt sich deshalb schnurstracks auf die melodiösesten Pfade, wie man es sich von einem düsteren und heidnisch geprägten Metal nur wünschen kann. Die starken, aber nicht überfrachteten Melodien werden – wie eigentlich am häufigsten üblich – natürlich von der Leadgitarre und dem Gesang getragen. Doch die wahre energetische Wucht entfaltet sich erst in dem stimmigen Zusammenspiel der verschiedenen Stimmlagen! Gerade der Klargesang, welcher vom Gastsänger Cruinh von der folkigen Band Rimmersgard beigesteuert wurde, lässt die Atmosphäre lichterloh brennen. Am allerbesten lässt sich dies im letzten Übersong „Zeit – Raubend“ feststellen und genießen, wo der übliche gutturale Kreischgesang, ein Bariton und Cruihns Falsettstimme zusammen ein ungemein beeindruckendes majestätisches Feuerwerk entfachen. Für die Zukunft bleibt nur zu hoffen, dass diese fruchtbare Kollaboration weiterhin Bestand haben wird.

„Narbenvolk“ ist eine konsequent runde Sache, jeder Song ist mit ausladenden Rhythmen, betäubenden Melodien und spannenden Richtungswechseln versehen, was diese Platte zu einem Dauerbrenner macht. Lediglich das fürs Cover verwendete Gemälde von Ivan Aivazovsky scheint nicht ganz so wirklich passend zum Album gewählt worden zu sein. Wenngleich es eine künstlerische Augenweide ist, so entzieht sich das darauf dargestellte Szenario mit den Schiffen den Vorstellungen, die sich beim Hören der Musik einem im Kopf manifestieren.

☠ Tracklist ☠
1. Erwachen – Introduktion
2. Der Ruf des Raben
3. Der Wind der Hex
4. Maskaron
5. Gespalten
6. Trauerspiel
7. Zeit – Raubend

Geschrieben von Adam am 18. September 2026