Ancient Cosmos - Transcendental Evils from the Majestic Galaxy

Ancient Cosmos – Transcendental Evils from the Majestic Galaxy

Invasion of Solitude Records
2019, 2025

Mit „Transcendental Evils from the Majestic Galaxy“ legt der umtriebige japanische Musiker Lord Metal unter dem Projekt namens Ancient Cosmos ein überaus sympathisches Album vor, das durch eine wilde Kombination diverser Metal-Subgenres geprägt ist. Das Material verbindet Melodic Death Metal, Symphonic Black Metal sowie traditionelle Heavy-Metal-Riffs und -Soli weitgehend sehr gekonnt zu einer episch-stählernen Stilcollage.

Der Sound weist eine für die japanische Extreme-Metal-Szene typisch ungestüme Ästhetik auf. Die Kombination stilistischer Zutaten zielt jedoch nicht auf eine vollständige Verschmelzung zu etwas neuem Eigenständigen ab – wie es etwa bei den Landsleuten von Sigh der Fall ist – sondern setzt auf maximale Epik und ein hohes Tempo beim Wechsel bekannter Genre-Motive.

Nach dem Intro eröffnet der erste reguläre Song mit schnellen Gitarren- und Keyboard-Läufen im Stil des Melodic Death Metal der 90er. Im weiteren Verlauf wechselt das Stück in den Melodic Black Metal, getragen von symphonischen Keyboard-Arrangements, die hinsichtlich ihrer euphorisch-epischen Ausrichtung stark an Bal-Sagoth erinnern. Hier wird sich üppig aus dem Oeuvre der Briten bedient, aber immer mit einem Augenzwinkern und gekonnter Integration in das Gesamtwerk.

Der vierte Track „Galaxy’s Guardian“ – mein klarer Favorit – startet mit einem klassischen Hard-Rock-Riff in der Tradition von Deep Purple, bevor die Struktur erneut in Melodic Symphonic Black Metal übergeht. Ergänzt durch erneute Bal-Sagoth-Reminiszenzen und spätere Old-School-Death-Metal-Einschübe entfaltet das Stück eine epische Tragweite, neben welcher so Bands wie z. B. Gloryhammer blass wirken.

Trotz der hohen Energie und des handwerklichen Geschicks von Lord Metal, der für Komposition, Instrumente und Produktion verantwortlich zeichnet, weist das Album im Detail kleine Schwächen auf: Das Songwriting hält nicht über die gesamte Distanz das Niveau der stärksten Tracks. Einigen Stücken fehlt definitiv die kompositorische Durchschlagskraft der Highlights. Darüber hinaus wirken die Übergänge zwischen den einzelnen Stilwechseln stellenweise unvermittelt und eher aneinandergeklebt als organisch komponiert. Der Mix ist extrem stark komprimiert und als klangliche „Wall of Sound“ angelegt. Was im ersten Moment wuchtig erscheint, kann im Verlauf des Albums zu einer gewissen klanglichen Ermüdung beim Hörer führen.

Dennoch: Mit „Transcendental Evils from the Majestic Galaxy“ liefert Lord Metal trotz der genannten Schwächen ein absolut beeindruckendes und mitreißendes Werk ab, das mit seiner hörbaren Euphorie und Authentizität dazu einlädt, die Faust mehrfach in die Höhe zu reißen. Wer auf der Suche nach kompromisslos epischer Metal-Vielfalt ist, der findet hier eine würdige kosmische Schlachtplatte!

Tracklist
1. Before the Age of Eternal War (Intro)
2. Symphony of the Legendary Warriors
3. Riding the Meteor of the Victory
4. Galaxy’s Guardian
5. Weeping in the Dead Moonlight
6. Spreading the Unleashed Bloody Curse
7. Requiem for the Lost Kingdom
8. Transcendental Evils from the Majestic Galaxy
9. All for the Victory (Bonus-Track, nur 2025er Reissue)

Geschrieben von Benni am 22. September 2026