Iron Bonehead Productions
☠ 2026 ☠
Es ist schon etwas her, dass Grabunhold ihr neues Album in der dritten und vorerst letzten Ausgabe unseres Print-Magazins Schattenlegion angekündigt haben. Doch seit Anfang Juni dieses Jahres darf man sich nun zusammen mit den Grabunholden musikalisch wieder dahin begeben, wo die Schatten drohn, nämlich nach Mordor! „Frostheim“, so der Titel dieser Langspielrille, entführt seine Hörer diesmal in die kältesten Bergregionen und Gefilde von Mittelerde. Und das nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch, denn das Album atmet ununterbrochen die eisigste Kälte der zweiten Welle des Black Metals. Grabunhold setzen von Anfang an auf raue sowie unerbittlich schnelle, von wuchtigen Riffs zerklüftete Soundlandschaften, die nur ganz selten von Ruhemomenten unterbrochen werden. Letztere lassen zwar eine gewisse Parallele zu Summoning, den legendären Pionieren des Tolkien Black Metals ziehen, aber falls man diesen Vergleich sucht, dann ist deren harsches Debütalbum „Lugburz“ besser dafür geeignet. Und die ersten, mit der unbarmherzigsten Schwärze geschmiedeten Songs lassen keine anderen Gedanken auch nur ansatzweise zu. Doch anderseits dürfte es wohl mittlerweile jedem zu Ohren gekommen sein, dass Grabunhold ihre ganz eigenen Saumpfade durchs Mordor nehmen und sich deshalb kaum an den Werken von Summoning orientieren (wollen). Gesungen wird fast ausschließlich auf Deutsch (das Demo „Auf den Hügelgräberhöhen“ bildet die einzige Ausnahme bisher), was eine ganz andere – nicht zuletzt auch durch die schwarz-weißen und einheitlichen, aus Linoleumschnitten bestehenden Cover-Artworks – begünstigte Wahrnehmung hervorruft, und auch das Summoning-typische erhabenst Epische ist bei Grabunhold nur ansatzweise auszumachen. Stattdessen beherrschen ausgedehnte Knüppelorgien das primäre Gesamtbild. Doch von einem wilden Haudraufgedresche sind Grabunhold weit entfernt. Trotz der hohen Dynamik in schwärzester Klangfarbe sind die Soundteppiche aus feinst-filigraner und betörender Melodik geknüpft und lassen sich nicht sofort erhören/begreifen. Die Genialität der einzelnen Kompositionen manifestiert sich deshalb erst nach und nach bei wiederholten Durchgängen. „Frostheim“ ist eben keine Angelegenheit für Zwischendurch, und schon gar nicht zum Nebenbeihören geeignet. Eben genauso wie „Der Herr der Ringe“ auch nicht nebenbei gelesen werden kann. Wer sich also sowohl als Black-Metal- wie auch Tolkien-Liebhaber definiert, der darf, ja muss hier (sogar blind) zuschlagen!
☠ Tracklist ☠
1. Der Tod wohnt in Carn Dûm
2. Grambergs Fluch
3. Der Mondturm
4. Rerirs blauer Schatten
5. Über Grat und kalten Gipfel
6. Schreckenszauber
7. In Mordor, wo die Schatten drohn
8. Eärnurs Verderben
