Gerzolth - Влагу вен бодрящий ветер

Gerzolth – The Wind Revives the Blood in the Veins

Signal Rex
2025

Wie schön, dass es in unserer immer keimfreier und digitalisierter werdenden Welt noch so durch und durch nicht überproduzierte Metal-Alben gibt, wie es Gerzolth mit „The Wind Revives the Blood in the Veins“ (so die sinngemäße Übersetzung aus dem Russischen) abgeliefert haben. Das Werk klingt tatsächlich viel mehr nach einer von Schweiß und Bier getränkten Proberaumparty oder einem intimen Klub-Gig, als nach der Sterilität eines Studios. Dadurch ist man sofort in Fühlung mit dem schroffen Sound der russischen Formation.
 
Bass und Schlagzeug liefern ein gut groovendes und energisches Fundament für die Musik, welche sich gar nicht so leicht einem bestimmten Genre zuordnen lässt. So mancher Ansatz in den Gitarrenriffs und den Arrangements weist aber eine gewisse Nähe zum roheren Black Metal auf. Für Liebhaber allzu filigraner oder gar progressiver Instrumentalpassagen ist diese Musik definitiv ungeeignet. Das dominierende Merkmal von Gerzolths Stil ist der wütend-ruppige Gesang, der zwar überhaupt nicht variantenreich ist, dafür aber so brachial daherkommt, dass man als Hörerin und Hörer einen super Soundtrack erhält, wenn man sich mal so richtig abreagieren möchte.
 
Für möglichst viele weitere Alben wäre es als neuer Fan der Band mein Wunsch, dass die Jungs ein wenig am Gitarrensound schrauben, was vielleicht mit einigen leicht veränderten Einstellungen am Amp schon getan wäre. Auf „The Wind Revives the Blood in the Veins“ kommt die Sechssaitige nämlich noch etwas verwaschen rüber, wodurch die starken Riffs nicht ganz so viel Energie ausströmen, wie sie es könnten. Das ist aber wirklich nur eine winzige Randnotiz zu dieser mitreißenden Veröffentlichung. Starkes Teil!

Tracklist
1. The Gerzolth River
2. The Three-Headed Serpent
3. A Walk to Hel
4. Spread the Wings of the Wolves‘ Soul
5. Our Strong Coastal Battles
6. With a Breath of Hope

Geschrieben von Niklas am 2. September 2025