Kaeck - Gruwelijk Onthaal

Kaeck – Gruwelijk Onthaal

Folter Records
2025

Gute Laune heißt auf Niederländisch „Goed Humeur“. Und eben jener sind Kaeck aus unserem Nachbarland auf ihren bisherigen Veröffentlichungen nie anheimgefallen. Im Gegenteil: Der Vorgänger „Het Zwarte Dictaat“ hinterließ mit tausend Pfund metallischer Härte einen bleibenden Eindruck. Oder wie wir seinerzeit schrieben: „Sicherlich, „Stormkult“ ist definitiv kein Album, das für ein Kaffeekränzchen geeignet wäre, „Het Zwarte Dictaat“ packt in Sachen Härte und Unzugänglichkeit aber nochmal drei Briketts mehr in den Ofen.“

Mit ihrem dritten Album „Gruwelijk Onthaal“, das im September vergangenen Jahres beim Berliner Traditionslabel Folter Records erschien, verorten sich Kaeck stilistisch nun zwischen „Stormkult“ (2015) und „Het Zwarte Dictaat“ (2021). Das harte, von Death Metal inspirierte Riffing des Vorgängers trifft auf die traditionelleren Keyboard-Strukturen der Second Wave des Black Metals, wie sie bereits „Stormkult“ prägten. Dadurch verliert die Band ein Stück weit die auf dem zweiten Album kultivierte Sperrigkeit, gewinnt durch den atmosphärischen Zusatz jedoch spürbar an Nähe zum Sound der Neunzigerjahre. Und diese Mischung funktioniert auf „Gruwelijk Onthaal“ ausgezeichnet. Doomige, schleppende Passagen und dichte Klangflächen verbinden sich mit starkem Songwriting und einem feinen Gespür für Dynamik zu einer weiterhin kompromisslosen, zugleich aber musikalisch äußerst ansprechenden Veröffentlichung. Denn auch „Gruwelijk Onthaal“ lebt von einer beinahe klaustrophobischen Atmosphäre. Trotz der neu gewonnenen Zugänglichkeit wirkt hier nichts glattgebügelt oder gar kalkuliert. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass Kaeck ihre stilistischen Mittel auffallend bewusst einsetzen, um Spannungsbögen aufzubauen und gezielt wieder zu entladen. Die Songs wirken geschlossener und durchdachter, ohne dabei an roher Energie einzubüßen.

Freunde der bisherigen Kaeck-Klänge werden dennoch schnell erkennen, dass „Gruwelijk Onthaal“ keinesfalls eine Annäherung an symphonischen Black Metal darstellt. Dafür sorgen einerseits der seit „Het Zwarte Dictaat“ bekannte, raue Kellersound, andererseits der insgesamt stringentere, auf Atmosphäre statt Bombast setzende kompositorische Ansatz dieses Albums. Und doch wirkt „Gruwelijk Onthaal“ als Gesamtwerk spürbar runder als sein Vorgänger. Durch eine behutsame Öffnung hin zu größerer Zugänglichkeit gewinnt das Album sogar an zusätzlicher musikalischer Sprengkraft. „Goed Humeur“ verbreiten Kaeck auf diesem mittelalterlich anmutenden Totentanz zwar weiterhin nicht, doch „Gruwelijk Onthaal“ ist ein durchweg starkes, gereiftes Werk geworden.

Tracklist
1. Het Huilend Altaar
2. Door Gespleten Tongen Bezworen
3. Ondermaanse Contracten
4. De Nachtelingen van het Nieuwe Duister
5. Paterhexolimaat
6. De Ijzeren Hand van het Benedenwaartse
7. Bloedend Verraad met Ontvleesde Hand Gesmeten

Geschrieben von Stefan am 24. Februar 2026