The Temple of Satanic Warlord Records / Black Metal Brandenburg
☠ 2025 ☠
Aus Tschechien kommen Necromanth her, ihre messerscharf geschliffene Debütrille „Pure Antichristian Terror“ im Anschlag, um das mit endlos viel Blut erbaute, immer mehr bröckelnde christliche Fundament noch ein Stück weiter zu zersprengen. Und damit das auch ganz sicher gelingt, ist das Album eine echte Granate vor den Füssen des Herrn geworden! Dabei fängt mit der als Intro getarnten gnostischen Messe alles so harmlos, um nicht zu sagen todlangweilig an. Doch sind diese zwei Minuten purer geistiger Folter überwunden (später immer geskippt), werden mit „Etis Atis Animatis/Wounds of Christ“ die Weichen für einen konsequent sachkundig inszenierten Höllentrip gelegt. Melodisch peitschender Black Metal irgendwo zwischen Vinterland und Aaskereia fegt mit blasphemischer Hingabe alle Heiligtümer in Windeseile vom Altar, um sich darauf mit ungezügelter Wildheit und völlig ungeniert mit thrashigen Ausbrüchen zu paaren. Was in diesem relativ melodischen Song noch als anheizendes Vorspiel beginnt, wird ab dem nächsten Stück „Sheep Amidst the Wolves“ intensiviert und noch viel tiefgründiger erforscht. Dergestalt geformte, aus unreiner, unheiliger Allianz geborene Bastardmucke lässt dann freilich des Öfteren mal die Nackenwirbel im Rhythmus der Bassdrum knirschen und knacken, was zum Beispiel beim „Final Judgement“ gerne ausprobiert und geübt werden darf. Doch natürlich gönnen sich die Necromanthen auch mal einige Verschnaufpausen von der ganzen Plackerei. Als solche darf vor allem der sechste Song „Obsession with Lust“ angesehen werden, welcher im Vergleich mit dem Rest des Materials fast schon wie ein ruhiges Bächlein einfach so vor sich hin dahinplätschert. Letztlich geht es aber auch hier kernig zur Sache, vor allem, wenn man sich die Lyrics des Songs genau vor Augen führt. Im Allgemeinen genügt es, sich nur die Songtitel mal anzuschauen, und egal, was man sich darunter vorstellen und ausmalen kann, das wird man hier definitiv in etwa so vorfinden. Und um den Necromanth-Metal mit noch mehr untotem Leben auszufüllen, greift man gelegentlich auch gekonnt in die Death-Metal-Trickkiste hinein. Aber auch andersklingende Zwischenrufe, Hall-Effekte und gar Chorgesänge wie im letzten Meisterstück „Fall (of the Morning Star)“ sorgen stets für die nötige Portion Abwechslung, um den antichristlichen Hörer dauerhaft bei guter Laune zu halten.
Necromanth beweisen, dass guter und ehrlicher Black Metal am ehesten noch im tiefsten Underground zu finden ist, also da, wo die gierigen Kommerzklauen aufgrund ihrer Beschränktheit und/oder ohne viele Feder lassen zu müssen nicht wirklich gelangen können bzw. wollen. Wer also voll auf den Underground schwört und so Bands wie z. B. Empaligon oder Lord Belial vergöttert, der sollte auch hier ruhig mal ein Ohr verlieren, denn mit „Pure Antichristian Terror“ bekommt man in seinen liturgischen Kelch exakt das eingeschenkt, was auf der Verpackung steht, nämlich den reinen antichristlichen Terror, und sonst nichts!
☠ Tracklist ☠
1. Gnostic Mass
2. Etis Atis Animatis/Wounds of Christ
3. Sheep Amidst the Wolves
4. Black Ritual
5. Dysangelium
6. Obsession with Lust
7. The Left Hand Path
8. Final Judgement
9. Fall (of the Morning Star)
10. Pentagram
