The Temple of Satanic Warlord Records
☠ 2025 ☠
Den schwarzmetallischen Underground-Fetischisten ist das Kleinstlabel The Temple of Satanic Warlord Records sicherlich ein Begriff, doch den meisten sicherlich nicht. Dabei sollte man als interessierter Black-Metal-Enthusiast da definitiv ein Auge oder am besten gleich beide Ohren riskieren. Denn für Freunde der okkulten, satanischen und abgrundtiefschwarzen Klangkunst gibt es da so einiges zu entdecken, wie etwa das erste Lebenszeichen der Ein-Mann-Formation Fraternitas Nigrae Lucis. Diese Bruderschaft des Schwarzen Lichts, so die Übersetzung aus dem Lateinischen, gibt sich – was der Sache natürlich auch dienlich ist – recht spartanisch und geheimnisvoll: Keine abgedruckten Texte, keine sonstigen Infos, nur ein schattenhaftes Foto des alleinigen Initiators Magister Templi F. N. L. NOX. AG. und ein dreieckiges, in Rot prangendes Bildnis eines den Betrachter scharf anstarrenden Auges. So weit, so gut…
Der Silberling „De Rejectione Doctrinarum Domini et Conversione Valorum Eius“, was – wenn meine verkrüppelten Latein-Kenntnisse es richtig verstehen – so viel heißt wie „Über die Ablehnung der Lehren des Herrn und Umkehr seiner Gebote“, besteht insgesamt aus drei Songs mit Überlänge, denen allen ein gleichermaßen finsteres Soundkolorit eigen ist. Im Klartext: Das Meiste wird von einem extrem dichten und dominanten, zumeist schnellen, sich oftmals nur leicht im Takt veränderbaren Gitarrenspiel sowie einem kanonisch anmutenden Singsang, der mit schwerem Kerzenrauch, Opferblut wie dem Rezitieren dämonischer Beschwörungsformeln in Verbindung gebracht werden kann, getragen. Die Melodien, wenn sie überhaupt als solche wahrgenommen werden wollen/können, halten sich ebenfalls ziemlich bedeckt und schimmern mehr oder weniger nur geisterhaft durch die von schattenhaften Umrissen getriebene Atmosphäre dieser audiovisuellen, sich in die dunkelsten Ecken der Phantasie ergießenden schwarzen Messe. Echte Lichtblicke gibt es hier erwartungsgemäß nur ganz wenige. Gelegentlich ein kurzer Halt mit atemholendem Geplänkel, mal ein Glockenspiel, wie zu Beginn des Titeltracks, oder recht hell und vordergründig scheppernde Becken, welche den hier gewünschten Okkultismus wahrlich lebendig werden lassen. Das Schlagzeug setzt zudem wiederholt wirklich passende und sehr rhythmische Akzente und sorgt zusammen mit dem brachialen Bass für unzählige zerbrochene Kirchenfenster, welche noch intakt das Cover zieren und ganz bestimmte Erwartungen schüren.
Der Erstling von Fraternitas Nigrae Lucis bietet ein konzeptionell gut durchdachtes, homogenes und vor allem extrem intensives Hörerlebnis. Hier wird eine sehr düstere und schwarzmagische Klangwelt erschaffen, welche – die gute Produktion ebenso einbeziehend – problemlos in derselben Liga mit so Bands wie Häxenzijrkell oder Kapala mitzocken kann. Well done!
☠ Tracklist ☠
1. Concuptio Mala, tu Nequamquam Dilige Christum
2. Sacra Veritas Tenebris
3. De Rejectione Doctrinarum Domini et Conversione Valorum Eius
