Sumen - Mors Certa

Sumen – Mors Certa

Eigenproduktion
2023

Mit ihrer EP „Pesthammer over Europe“ hat die in Berlin verwurzelte Death-Metal-Formation Sumen bereits eine echte kleine Tape-Perle – und das quasi aus dem Stand – in die Welt rausgehauen. Das Teil wusste auf Anhieb sowohl konzeptionell wie auch musikalisch auf ganzer Länge zu überzeugen und machte sofort Lust auf mehr. Das Mehr wurde aber erst drei Jahre später mit dem ersten Longplayer „Mors Certa“ nachgeliefert. Dass der Tod sicher ist, das ist wohl klar und dürfte sich mittlerweile überall auf der Welt herumgesprochen haben (auch wenn viele Menschen es nicht wahrhaben wollen, die Augen vor der unverrückbaren Wahrheit verschließen und lieber Lügen Glauben schenken), und dass Sumen echt guten sowie strammen Death Metal abliefern, das wird sich hoffentlich ebenso alsbald überall in der madigen Death-Metal-Szene verbreitet haben.

Geschichtlich bewegt man sich dieses Mal auf einem anderen Terrain, man ist nicht mehr im finsteren Mittelalter unterwegs, sondern wandert auf den Spuren des Römischen Reiches. Naturgemäß geht es hier natürlich um die todbringenden und nicht um die sonnigen Seiten der antiken Lebensfreuden. Doch auch diesen dunkelsten Seiten wird eine gewisse Euphorie abgewonnen, was man an der morbiden Konstellation der drei ersten Tracks „Mors Certa“, „Furia“ und „Gladiators“ inklusive dem vorangestellten Intro durchaus so entnehmen kann. Feinst rhythmisches Dauergeballer trifft auf immer zum richtigen Zeitpunkt aufflammende Melodie der Leadgitarre, was im Grunde meist richtig heavy und wuchtig daherkommt, ohne jedoch in undefinierte Matsche auszuarten. Bisweilen von stampfenden Passagen aufgelockert, wird der blutig vorgezeichnete Weg von einem herrischen und abgrundtiefen, aber gut verständlichen Gesang dominiert. Vor allem bei „Gladiators“, der wohl eingängigsten Nummer des Albums, wird es so richtig kampfwütig. Sie ist ein richtig fetzig duftender Kotzbrocken der Marke Abrissbirne, der das gnadenlose Vorgehen in der Sklavenarena bestialisch gut untermauert. Danach stagniert die anfängliche Euphorie leider ein wenig, es wird stellenweise etwas zu einfach verdauliches und deshalb leicht eintöniges Einerlei mit nur einigen wenigen Vulkaneruptionen aufgefahren, beinahe so, als bräuchte man eine Verschnaufpause von der wilden Prügelei davor. Erst zum Ende des achten Songs, wenn eine richtig tolle, cineastisch Passage den Death Metal mit einem epischen Adrenalinschub durchbricht, drescht die Mucke wieder um einiges lockerer aus den Handgelenken, und das solange, bis Rom am Ende des zehnten und längsten Songs komplett in Trümmern liegt.

Sumen erfinden wahrlich nichts neu mit ihrer Musik, sind aber grundsolide und wissen auf langen Strecken verdammt gut zu unterhalten. Wenn ihr auf guten wie intelligenten Death Metal abfährt, dann solltet ihr Sumen definitiv eine Chance einräumen in eurem CD-Player oder Tape-Deck zu landen.

Tracklist
1. Prologus
2. Mors Certa
3. Furia
4. Gladiators
5. Divus Iulius
6. The Burning of Rome
7. Scream of the Volcano
8. In Hoc Signo Vinces
9. Damnatio Memoriae
10. The Downfall of Rome

Geschrieben von Adam am 24. September 2025