Illum Adora - Ophidian Kult

Illum Adora – Ophidian Kult

Folter Records
2021

Das Koblenzer Kommando Illum Adora geht jetzt auch schon ins zweite Jahrzehnt seines Bestehens, doch trotz der mittlerweile beträchtlichen Liste an Releases handelt es sich bei „Ophidian Kult“ erst um das zweite vollständige Album dieser Black-Metal-Band, deren Kern das aus Hurricane Hellfucker (Cruel Force, Zarathustra) und Mortüüm (Countess) bestehende Duo bildet. Für Live-Auftritte gibt’s allerdings Unterstützung von diversen weiteren Musikern.

Das Release von „Ophidian Kult“ – Asche auf mein Haupt – liegt nun schon über ein Jahr zurück, doch ich konnte mich erst jetzt an diese Rezension heranwagen. Obwohl ich ein glühender Verehrer der beiden mir bekannten (sich in meinem Besitz befindenden) Scheiben „…of Serpentine Forces“ und „Infernum et Necromantium“ bin, hatte ich mit „Ophidian Kult“ zu Beginn doch so meine Probleme, auch wenn hier im Prinzip kein Stilbruch zu den vorangehenden Werken zu verzeichnen ist. Man zelebriert weiterhin das sengend heiße Gemisch aus Black und Thrash, überwiegend im Mid-Tempo-Bereich, oft an Desaster oder auch Spectral erinnernd. Sehr gut gemacht sind die gelegentlich eingesetzten Keyboard-Passagen, die so manchen düsteren Moment oder auch einen instrumentalen Part stimmungsvoll untermauern. Speziell im Bereich der Drums ist der Sound etwas plump, was besonders bei den Stücken mit einem Drum-Intro auffällt. Dafür klingen die Gitarren durchweg cool, und auch die Abmischung des Gesangs ist klasse geworden. Und trotzdem fehlt mir in den Strukturen der Songs einfach der Biss. So blieben beim ersten Durchlauf die enthusiastischen Überzeugungsmomente zunächst ganz aus. Die Tracks schleppen sich leider zu sehr einfach nur dahin, Parts um Parts wiederholen sich, es fehlen die wirklich zündenden Melodien und ein erkennbar bösartiger Wille der Musiker, Unruhe stiften zu wollen. Abgesehen vom genial-krankhaften Gesang (besonders die deutschsprachigen Parts kommen extrem gut an, was ruhig weiter ausgebaut werden darf!) gibt es kaum echte Temperamentsausbrüche auf diesem Album. Alles hält sich irgendwie typisch deutsch und ziemlich brav hinterm Zaun. Zwar habe ich nach vielen Hördurchläufen den „Ophidian Kult“ mittlerweile ganz und gar in mein Herz geschlossen, doch trotzdem hoffe ich auf etwas mehr Wumms und Sprengstoff bei den folgenden Releases, die bereits auf meinem Einkaufszettel stehen.

Tracklist
1. Last Gaze upon the Wintermoon
2. Profanation on Command
3. Dark Tower of Gorgoroth
4. Nausea
5. Tief Unten
6. Folter
7. Messiah to Purgatory
8. Winds of War at Holocaust Sky
9. Lost in Reverie
10. Forever and in Eternity (Bonus-Track, nur LP)

Geschrieben von Niko am 23. September 2022