Folter Records
☠ 2025 ☠
Frantic Aggressor aus dem schönen Berlin legen uns sechs Jahre nach ihrem Erstling „Land Mine Logic“ ihr neues Werk „Extinction“ vor. Und wer die drei Jungs von ihrem ersten Album her kennt, der weiß, worauf man sich hier einlässt: Der Opener „Morals – Across“ beginnt mit einem kurzen Intro und einem Sprüchlein übers Aussterben, Überleben und Evolution, bis Schreihals Discrimination mit einem heiser und charmant gekreischten „We’re Frantic Aggressor – Fuck you!“ die Weichen für die nächste gute halbe Stunde stellt.
Frantic Aggressor gehen wie gehabt mächtig angepisst sowie etwas rumpelig zu Werke. Verwaschene Gitarren, heisere Screams, Drums meist auf Vollgas zwischen Blasts und Thrash-Offbeats und immer wieder ein paar hübsche Ideen am Bass, die das Soundbild prägen. In Sachen Produktion ist man etwas klassischer in Richtung der Second Wave des Black Metals unterwegs – im Vergleich zur Vorgängerscheibe also weniger necro, aber immer noch mächtig schlecht gelaunt.
„Extinction“ macht keine Gefangenen, nimmt aber dennoch immer wieder mal das Tempo raus, streut ein paar Thrash-Passagen oder groovigere Heavy-Rhythmen ein und wird dann und wann auch mal ein bisschen punkig. Wen das geradezu an Marduk- oder ganz frühe Dark-Funeral-Auswürfe erinnert, der liegt wohl nicht ganz falsch. Dass Frantic Aggressor hier nicht gerade musikalisch bahnbrechend unterwegs sind, muss man da wohl nicht extra erwähnen. Leider geht der Scheibe allerdings nach gut der Hälfte ein wenig die Puste aus – auf Dauer fehlen doch ein paar eigenständige Akzente. Nur zwei kurze gesprochene Passagen zu Beginn von „Morals – Across“ und „Technology – Harvest“ (à la „der angebliche Fortschritt seit der Industriellen Revolution hat eigentlich nur einer sehr kleinen Minderheit Reichtum gebracht, während der Rest von uns und die Natur nur noch vor die Hunde gehen“) ordnen das musikalische Gerumpel inhaltlich etwas ein. So richtig tiefsinnig ist das alles aber halt nicht.
Letztlich ist das Album wahrscheinlich auch gar nicht so tiefsinnig gemeint – da versucht der Schreiber dieser Zeilen wohl auch wieder zu viel in den Atlas auf dem Cover zu interpretieren, der da die Bürde der Weltenkugel auf seinen Schultern tragen muss. In jedem Falle rufen Frantic Aggressor mit ihrem charmanten Gepolter jede Menge 90er-Nostalgie hervor, vor allem, weil die ganze Scheibe nicht super tight und sauber eingespielt wurde, und eben auch, weil total angepisstes Gehacke manchmal auch viel spaßiger als ein bis ins kleinste Detail ausklamüsertes Konzept sein kann.
☠ Tracklist ☠
1. Morals – Across
2. Metaphysics – Beyond
3. Religion – Insurrection of the Lesser
4. Revolution – Death of All Masks
5. Technology – Harvest
6. History – Empires
7. Cosmos – Lightless Skies
