Eigenproduktion
☠ 2025 ☠
Das progressive, technisch sehr versierte Projekt Chaos over Cosmos ist hierzulande sicherlich nur ganz wenigen bekannt. Dabei ist „The Hypercosmic Paradox“ schon das vierte bzw. fünfte, wenn man die aus den beiden EPs bestehende Compilation „The Ultimate Multiverse“ von 2020 auch dazurechnen möchte, Full-Length-Veröffentlichung des polnischen Gitarristen Rafal Bowman. Allen Alben eigen ist die allumfassende Science-Fiction- und Weltraum-Thematik, welche sich nicht nur in den futuristischen Cover-Artworks, sondern vor allem in der Musik niederschlägt. Bei „The Hypercosmic Paradox“ wird man vom ersten Moment an von extrem fixen und unberechenbaren Gitarrenklängen wortwörtlich zugeballert, und das in einer Fülldichte, die über weite Strecken an die Autofire-Option bei einem klassischen Weltraum-Shooter erinnert! Dazwischen leuchten regelmäßig feinsäuberlich ersonnene sowie hochqualitativ kosmisch vibrierende Melodien der Marke „Atmosphärischer Meteoriteneinschlag“ auf, wie sie z. B. in dem mittig positionierten Song „Event Horizon Rebirth“ (Anspieltipp!) wiederholt zu vernehmen sind. Und natürlich noch viele diverse Keyboard-Geräusche und dazu passenderweise vollprogrammierte Drums (ebenfalls vom Rafal beigesteuert), welche die Gehörgänge noch mehr stimulieren/strapazieren und ihnen zu keiner Sekunde eine wirkliche Ruhepause gönnen. In diese etwas über eine halbe Stunde andauernde Reise ins All wurde dermaßen viel untergebracht, dass einigen Hörern dabei – einer wilden Achterbahnfahrt vergleichbar – regelrecht schwindelig oder gar schlecht werden kann. Andere werden wiederum freudig ihre Hände in die Höhe recken und diesen paradoxen Geschwindigkeitsrausch richtig auskosten. Auf jeden Fall sollte man sich definitiv gut anschnallen, wenn man diese CD in seinem Player versenkt.
Die deathmetallischen Growls (und Lyrics) des pakistanischen Gastsängers Taha Mohsin könnten sich in dem einen oder anderen Ohr dagegen ein wenig konträr zu den zahlreichen sternhellen Gitarreneskapaden von Rafal anhören. Schließlich ist dieses Album definitiv nicht dem Death Metal zuzuordnen, auch nicht dem Technical Death Metal, wie ihn z. B. Nile, um mal einen bekannten, wenn auch thematisch anders gelagerten Vertreter des Genres zu nennen, zocken. Rafal ist mit seiner Art zu spielen eher thrashartig unterwegs, so dass ich eher so eine Band wie Vektor aus den USA als grobe Peilung angeben würde. Wer aber auf Mesarthim und/oder Vorga steht, der wird sich auch hier recht schnell zu Hause angekommen fühlen. Und an die harschen Growls gewöhnt man sich nach zwei, drei Durchläufen doch ziemlich schnell, denn unter dem Strich passen sie in der Tat sehr gut zu der verzwickten Instrumentierungshelix.
☠ Tracklist ☠
1. Nostalgia for Something That Never Happened
2. When the Void Laughs
3. Event Horizon Rebirth
4. The Cosmo-Agony: Requiem
5. The Fractal Mechanism
