Arxoytt - Sunder

Arxoytt – Sunder

Eigenproduktion
2025

Aus der vierten Dimension kommt das Wesen Årxøytt her, um mit seinem gleichnamigen musikalischen Projekt wichtige Botschaften an die Menschheit zu senden. Seine erste Mitteilung wurde in die knapp zwanzigminütige EP „Sunder“ gegossen und digital sowie als DIY-CD in einer kleinen Auflage an würdige sowie für seine Worte empfängliche Vertreter des menschlichen Volkes verbreitet. Doch was darf man sich nun unter Årxøytt vorstellen? Und was für ein, womöglich geheimes Wissen möchte diese Wesenheit, welche von dem kleinen, uns als Cottbus bekannten Erdenfleck aus unsere verzwickte Welt heimsucht, unbedingt mit uns teilen? Um das herauszufinden, muss man sich schon die Mühe machen und sich „Sunder“ über sein akustisches Hörsystem reinziehen. Einiges lässt sich womöglich direkt aus dem Titel ableiten: „Sunder“ ist Englisch und steht fürs „Trennen“, und zudem erinnert der Ausdruck an das deutsche Wort „Sünder“. Ob man dazu irgendwelche Parallelen ziehen darf/kann? Lasst es uns ergründen!

Ist der Play-Button erst einmal betätigt, wird man auf der Stelle mit schnellen schwarzmetallischen Rhythmen konfrontiert, aus denen gar seltsam heulende, extraterrestrisch anmutende Geräusche hervorstechen. Doch schon eine kurze Weile später wechselt dieser Sturm in eine sanfte, von Keyboard-Klängen begleitete Erzählform über. Bei „Pain“ geht es um Selbstfindung und Selbstbestimmung, um das Nichtaufgeben, auch wenn der vorgezeichnete Lebensweg mit vielen schmerzlichen Hindernissen gepflastert ist. Diese Botschaft wird anschließend ähnlich wie zu Anfang in einem recht originellen Gemisch aus Atmosphäre und avantgardistischen Bausteinen präsentiert. Die Hauptrolle fällt dabei natürlich – wie hätte es auch anders sein können – stets einer tragenden Leitmelodie zu. Diese ist der Thematik entsprechend zwar grau gefärbt und ein wenig sprunghaft, im Grunde jedoch mitreißend genug, um in den Song aufgehen zu können. Der nächste Track „Future“ startet mit sehr stimmigen Geräuschen, die unmissverständlich an das Ticken einer Uhr erinnern. Die Zeit, die universelle und absolute, unveränderliche Konstante, die vierte Dimension – da ist sie! Und was machen wir mit der Zeit? Einfach nur dasitzen und abwarten, bis sie uns verschlingt? Oder sein Schicksal lieber selbst in die Hände nehmen? Ein selbstbestimmtes Leben auf unserem Planeten verbringen, anstatt sich von Lügen, Religionen und Co. leiten zu lassen? Opfer zu sein, das sollte nämlich keine Option sein! Schon gar nicht das des Demiurgen, von dem der dritte Song handelt. Dieser ist seltsamerweise sogar – im Vergleich zu den ersten beiden englischsprachigen – auf Spanisch verfasst, inklusive des Beitrags einer nativen Sprecherin. Und der fünfte und letzte, nach dem ruhigen Intermezzo „Tide“ einsetzende, ist auf Deutsch. „Opfer“ handelt wiederum von der großen Lüge, der nach sich Täter oftmals selber gerne als Opfer darstellen…

Du bist nur ein Teil der Maschine
Immer zum Lügen bereit
Du gibst dich als höflich aus
Solange es für dich passt

Danach kommt nur noch der Bonus-Song „Deception – The First Manifestation“, welcher die Essenz der EP mit dem Ausdruck „I am my own God“ noch einmal ganz deutlich und ungeniert auf den Punkt bringt. Årxøytt spielt also ganz offen mit dem Feuer, denn die Botschaften sind brisant, aber meiner Ansicht nach absolut zeitgemäß und viel richtiger als die alten, immer noch vielfach gültigen religiösen und ökonomischen Gesetze, denen die Massen wie hörige Schafe weiterhin folgen, ohne diese zu hinterfragen. Auch musikalisch ist hier alles stimmig und auf einem hohen Level, von der etwas stumpfen Produktion mal abgesehen. Potenzial ist aber reichlich vorhanden, das kann man Årxøytt definitiv lassen! So lasst uns gespannt sein, was alsbald auf der ersten geplanten Full-Length-Rille folgen wird. Vielleicht ein jeder Song in einer anderen Sprache? Oder möglicherweise ein Album, das von hinten nach vorne gehört werden muss, um die Botschaft richtig verstehen zu können? Lassen wir uns überraschen!

Tracklist
1. Pain
2. Future
3. Demiurgo
4. Tide
5. Opfer
6. Deception – The First Manifestation

Geschrieben von Adam am 11. April 2026